Studienauftrag Menzbergstrasse, Willisau, 2024
STÄDTEBAULICHE ANALYSE
Vom Untertor der Altstadt Willisau gehen verschiedene Strassen in unterschiedliche Richtungen aus und bestimmen die Geometrie der Erweiterung östlich der Altstadt. Diese unterschiedlichen Geometrien im Gebiet um den Mohrenplatz führen zu einer etwas amorphen Geometrie. Auf der Ostseite der Menzbergstrasse folgt die Bebauung der Geometrie der Strasse bis zum Haus Cinebar. Die Vorgärten enden mit dem erhaltenswerten Wohnhaus an der Menzbergstrasse 11, ab da stehen die Gebäude stadteinwärts direkt an der Menzbergstrasse. Auf der Westseite wird der Strassenraum nicht gefasst und eine eigene Geometrie, ausgerichtet an der ehemaligen Käserei Mohrenplatz 6, führt zu einer eher agglomerativen Anordnung der Volumen. Die Bleicki ist eine Sackgasse und erschliesst als kleine Quartierstrasse ein Wohngebiet mit niedrigen Wohngebäuden und grossen Gärten, mit einem überdimensioniert wirkenden und offensichtlich wenig benutzten Trottoir im hinteren Abschnitt. Der Planungsperimeter liegt in der Kernzone B. Die nähere Umgebung ist aber aktuell mit der bestehenden niedrigen Bausubstanz besetzt und noch nicht weiterentwickelt worden.
STÄDTEBAULICHES KONZEPT
harry und sally
Die unregelmässige Geometrie der Parzellen und der Strassen im Planungsgebiet führen zusammen mit der angestrebten Dichte sowohl im Fussabdruck wie auch in der Höhenentwicklung zu passgenau entwickelten Volumen. Überlange Fassaden werden vermieden, horizontale und vertikale Versätze lassen eine Massstäblichkeit entstehen. Bewusst gewählte Höhenversätze, wie zum Beispiel die ansteigend gestaltete Fassade an der Menzbergstrasse und dem markanten Schlussstein mit Ausrichtung auf den Mohrenplatz und der von weitem sichtbarer Kinobar (wäre schön!) reagieren präzise auf die unterschiedlichen städtebaulichen Anforderungen. Gegenüber dem erhaltenswerten Gebäude auf Parzelle 215 wird die Fassade vom Trottoir zurückgesetzt und auch das Attikageschoss weicht zurück und führt so zu einem annehmbaren Visavis.
Die Menzbergstrasse wird bis zum nahen Mohrenplatz vom Vorstadthaus harry ohne Vorzone räumlich begleitet und mit einer markanten Fassade mit dem öffentlichen Raum im Erdgeschoss abgeschlossen. Das Vorstadthaus folgt aber auch der Bleicki und weicht hier, im Gegensatz zur Menzbergstrasse, hinter einen kleinen Vorgarten zurück. Auch das östlich gelegene Gartenhaus sally liegt hinter einem kleinen Vorgarten und gestaltet so einen möglichst sanften Übergang zum kleinmassstäblichen Bleickiquartier. Vorstadthaus und Gartenhaus bilden zusammen einen räumlich klar gefassten Gartenraum mit grossen Bäumen, der sich gegen Süden grosszügig zum gemeinsamen Aufenthaltsort ausweitet.
harry und sally sind in der näheren Umgebung die ersten, die nach den Möglichkeiten der Kernzone B geplant werden und erscheinen deshalb gegenüber den Bestandesbauten auf den umliegenden Parzellen wesentlich grösser. Mit einer weiteren baulichen Entwicklung auf den benachbarten Parzellen 211, 215 (Gebäude erhaltenswert), 216 und 95 kann ein qualitativ hochstehender neuer Quartierteil entstehen. Dazu würde auch eine Umgestaltung des Strassenraumes an der Bleicki ohne Trottoir, aber mit Begegnungszone gehören, ebenfalls der heute als Restfläche mit Baum erscheinende Platz auf Parzelle 211 und die Menzbergstrasse bis zum Mohrenplatz.
In Zusammenarbeit mit
blgp architekten ag, Luzern
Appert Zwahlen Partner AG, Cham
Visualisierung
indievisual ag, Zürich








